Blaues Licht - ein nicht übersehbarer Einfluss auf unser Leben

17.05.2019 11:53

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Menschen nach Sonnenuntergang in einer dunklen oder dämmrigen Welt lebten. Hatten sie eine Beleuchtung, dann war es bestenfalls durch Kerzen oder verschiedener Arten von Laternen. Diese Beleuchtungsarten gaben ein weiches, warmes Licht ab. Mit der elektrischen Beleuchtung hat sich das fast schlagartig geändert. Abende und selbst Nächte wurden heller. In manchen Teilen der Erde wird es in Großstädten überhaupt nicht mehr dunkel. Oft muss sich die Jahrtausende alte biologische innere Uhr des Menschen an neue Arbeitsbedingungen gewöhnen und der natürliche, innere Rhythmus, gerät aus dem Gleichgewicht.

Mit der Entwicklung von elektronischen Geräten hat sich der Einfluss von Licht auf unseren Körper nochmals geändert. Oft sitzen wir bis spät in die Nacht vor dem Computer oder nehmen das Tablet oder Smartphone sogar mit ins Bett.

Alle Farben entsprechen einer gewissen Wellenlänge, welche Einfluss auf uns hat. Ungleich von dem warmen Licht von Kerzen, Laternen und der Sonne, hat das Bildschirmlicht einen blauen Stich.

Ein warmes, gelbliches Licht, wirkt beruhigend. Das blaue Licht hingegen ist aufmunternd, steigert Aufmerksamkeit und Reaktionsschnelle und bringt Stimmung ins Leben. Es ist leicht zu sehen, warum blaues Licht am Abend und besonders in der Nacht störend für unsere innere Uhr ist. Wir sind hellwach, wenn wir eigentlich schlafen sollten, um unseren Körper die notwendige Ruhe zur Regeneration zu gönnen. Es ist allerdings nicht nur das Bildschirmlicht, sondern auch die neuen energieeffizienten Beleuchtungsmethoden, die den gleichen blauen Schein abgeben.

Studien haben ergeben, dass ein gestörter Schlafrhythmus negative Folgen nicht nur für unsere Reizbarkeit am nächsten Tag haben, sondern sich auch negative auf unsere Gesundheit auswirken. Eindeutige Forschungen haben gezeigt, ist die innere Uhr aus dem Gleichgewicht geraten, dann kann dies zur Entstehung von Krebs, Diabetes, Herzerkrankungen und Fettleibigkeit beitragen.

Damit ist allerdings nicht gesagt, dass das blaue Licht an sich krankheitserregend ist. Was diese Studien ergeben haben, es ist die biologische Unausgeglichenheit, die krank machen kann.

Melatonin – ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst.

Melatonin ist ein Hormon, das vom Gehirn, der Zirbeldrüse, ausgeschieden wird. Sobald es am Abend dunkel wird, sekretiert das Gehirn mehr Melatonin; wir werden müde und schlafen ein. Mit dem erwachenden Tag verringert sich das Melatonin und wir wachen auf. Von Studien weiß man, dass die Exposition zu Licht die Sekretion von Melatonin unterdrückt.

Neben einem gestörten Tag- und Nachtrhythmus kann eine Fehlfunktion dieser pinealen Sekretion von der Zirbeldrüse, eine sexuelle Frühreife oder Verzögerung bzw. Hemmung der Geschlechtsentwicklung bewirken. Ein erschreckender Gedanke, bedenkt man, dass jünger und immer jünger werdende Kinder, viele Stunden am Tag vor Bildschirmen verbringen.

Darüber hinaus gibt es experimentelle Beweise, dass ein niedrigere Melatonin Spiegel die Assoziation mit Krebs erklären könnten.

Die praktische Lösung zum negativen Einfluss von blauen Licht könnte so aussehen, dass wir unser Stunden am Computer und anderen Bildschirmen verringern, besonders aber in den Abendstunden. Zur Alternative, für all jene, die ihr Tablet einfach nicht aus der Hand geben wollen: Die meisten modernen elektronischen Geräte haben einen Nachtmodus. Diese kann individuell eingestellt werden, sollte aber, um die größte Wirkung zu erzielen, mit dem Sonnenaufgang und -untergang korrelieren. In diesem Fall schaltet sich das Gerät automatisch zu einem warmen, oft leicht rötlichen Licht um, welches eine Schlaf indizierende Wirkung hat.

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